Design Thinking

Was ist Design Thinking? 

Der Begriff “Design Thinking” wurde Mitte der 80er Jahre durch die Firma IDEO geprägt. Das Ziel dieser Methode stellt die Entwicklung von neuen Produkten, Dienstleistungen und Erlebnissen dar. Dabei steht der Mensch im Fokus jeglichen Denkens und Handelns. Mithilfe eines nutzerzentrierten Ansatzes werden die Bedürfnisse des Menschen erkannt und anhand verschiedener Schritte, kreative und passgenaue Lösungen erschaffen.

Ein passendes, heutzutage sehr berühmtes Zitat, welches Henry Ford zugeschrieben wird, lautet:

“If I had asked people what they wanted, they would have said faster horses.”

HENRY FORD

Daraus lässt sich folgern, dass es den meisten Menschen zwar leichtfällt ein Problem zu erkennen und es zu benennen, die Lösung dessen aber schwieriger zu bewältigen beziehungsweise zu vergegenwärtigen ist. Die entscheidende Herausforderung liegt also darin, die beste Antwort auf ein vorliegendes Problem zu finden. Die Design Thinking Methode schlägt folglich eine Brücke zwischen den Kunden und Unternehmen.

Design Thinking ist…

  • eine kreative Methode, mit welcher in kürzester Zeit, neue und innovative Ideen entwickelt werden können
  • ein Ansatz, bei welchem die Bedürfnisse und Probleme der Nutzer im Fokus stehen
  • ein Prozess aus sechs Arbeitsschritten
  • ein wiederholender (iterativer) Innovationsprozess
  • mittels einer offenen und interdisziplinären Arbeitskultur möglich
Design Thinking Prozess

Quelle: Abbildung des Hasso-Plattner-Instituts

Schritt 1: Verstehen

Im ersten der sechs Schritte geht um das „Verstehen“, genauer gesagt um das Verständnis des Problems. Das Problem wird aufgegriffen und klar formuliert. Dies kann mittels dieser beispielhaften Fragen erfolgen: Wer ist von dem Problem betroffen? Wie erfahren wir mehr über das Problem? Über welche Kenntnisse verfügen wir bereits?

Mithilfe des ersten Schrittes kann man sich also einen guten Überblick über das Problem verschaffen. Der Problemraum wurde abgesteckt und die relevanten Nutzergruppen identifiziert. Dies führt uns zum zweiten Schritt, dem “Beobachten”.

Schritt 2: Beobachten

In der Phase des Beobachtens versucht man eine größtmögliche Empathie für den Nutzer zu entwickeln. Sprechen und Zuhören sind dabei elementare Eigenschaften. Man stellt sich die Frage: “Ist das Problem aus dem ersten Schritt wirklich das Kernproblem oder ergeben sich für den Nutzer noch weitere Probleme?” Es erfordert also eine intensive Beobachtung des Nutzers in einem möglichst natürlichen Umfeld, um wichtige Einsichten zu gewinnen. Ziel ist es eine wirkliche Vorstellung von der Nutzergruppe zu bekommen.

Dabei kann beispielsweise aktives Zuhören, Beobachten oder Interviewen dabei helfen, sich in die Lage des Nutzers hineinzuversetzen. Derartige Recherchen und Feldbeobachtungen führen zu einem tiefen Eintauchen in die Nutzerwelt. Hierdurch wird ein Verständnis für deren Ansichten, Verhaltensweisen und Angewohnheiten geschaffen. Dieses Verständnis und geschaffene Einfühlungsvermögen hilft bei der Erkenntnisgewinnung und Klärung von Rahmenbedingungen.

Schritt 3: Sichtweise definieren

Im dritten Schritt werden die gewonnenen Ergebnisse aus dem ersten und zweiten Schritt resümiert und eine spezifische Nutzersichtweise definiert. Der Entwurf eines prototypischen Nutzers kann beispielsweise anhand einer Persona charakterisiert werden.

Schritt 4: Ideen entwickeln

Nach der Festlegung der Perspektive folgt die Phase der Ideenfindung. In diesem Schritt werden auf die zuvor angefertigte Persona zugeschnittene Ideen generiert. Hierfür können bekannte Kreativitätsmethoden, wie zu Beispiel das Mindmapping, Brainstorming oder die 6-3-5-Methode zum Einsatz kommen. Der Ablauf dieser Phase ist von der Anwendung von Kreativitätsmethoden, Kreation, Visualisierung und Bewertung von unterschiedlichen Lösungsideen geprägt. Dabei sollten die nachfolgenden Faktoren nämlich der Mensch, die Wirtschaft und die Technologie immer im Hinterkopf behalten werden. Das Zeitmanagement und die kollaborative Zusammenarbeit eines Teams spielen in diesem Schritt eine wesentliche Rolle.

Wichtige Faktoren

Mithilfe dieser Faktoren gelingt es, praxisnahe Ergebnisse zu erzeugen.

Photos by Marvin Meyer &Markus Spiske on Unsplash, Photo by Startup Stock Photos from Pexels

Dabei steht der Faktor “Technologie” für die technologische Machbarkeit und Umsetzbarkeit einer Lösung oder Idee.

Der zweite Faktor “Wirtschaft” zielt auf die wirtschaftliche Tragfähigkeit ab. Zum Nachweis der wirtschaftlichen Tragfähigkeit dienen zum Beispiel eine aussagekräftige Beschreibung des Gründungsvorhabens oder ein Kapital- und Finanzierungsplan.

Zuletzt folgt der dritte und letzte Faktor, nämlich der “Mensch” bzw. der Kunde. An diesem Punkt, muss sich die Frage gestellt werden, ob die vorliegende Lösung das Bedürfnis des Kunden erfüllt. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren können zielgerichtete bedürfnisorientierte Lösungen geschaffen werden, die darüber hinaus auch realisierbar und marktfähig sind.

Schritt 5: Prototyp entwickeln

Im fünften und vorletzten Schritt werden, für die zuletzt entwickelten Lösungen und Ideen, Prototypen gebaut. Das Prototyping sorgt dafür, dass die Ideen nicht nur greif-, sondern auch testbar gemacht werden. Ein wesentliches Merkmal des Design Thinkings ist, dass Erkenntnisse und Ideen schon in frühen Phasen schnell und mit geringem Aufwand in Form von Prototypen umgesetzt werden, auch Rapid Prototyping genannt. Der Fokus liegt auf sehr einfachen und aufwandsarmen Prototypen. 

Prototypen schnell und ohne großen Aufwand zu bauen hat zudem einen wichtigen Lernprozess: Je mehr Zeit und Aufwand man auf den Bau eines Prototyps verwendet, desto schwieriger wird es später, diesen nochmal zu verändern oder gar zu verwerfen. Im Design Thinking ist es wichtig, nicht an seiner eigenen, liebgewonennen Idee festzuhalten. Der Grundsatz lautet: Scheitere oft und scheitere früh. Der entwickelte Prototyp hat die Aufgabe, abstrakte Ideen greifbar und auch erfahrbar zu machen – für andere Mitarbeiter des Unternehmens oder später beim Testen für den Kunden. Idealerweise werden mehrere Prototypen entwickelt, die man im nächsten Schritt unter verschiedenen Umständen getestet werden können.

Schritt 6: Testen

Im letzten und sechsten Schritt erfolgt das Testen der Prototypen. Dabei sollen Tests aufzeigen, wie der Prototyp verbessert werden kann und wo gegebenenfalls Defizite bestehen. Durch die aktive Einbindung der Nutzer werden oftmals neue Erkenntnisse gewonnen, welche im Anschluss bei der Verfeinerung und Verbesserung des Prototypen berücksichtigt werden können.

Der letzte Schritt des Design Thinkings zeigt oftmals kritische Aspekte einer Idee auf, welche meist ein erneutes Durchlaufen der zuvor absolvierten Schritte herbeiführen. Dies wird im besten Fall solange getan bis ein optimales und nutzerorientiertes Produkt geschaffen wurde. 

Design Thinking ermöglicht es:

  • Kunden- und Nutzergruppen besser zu verstehen
  • Probleme, Lösungen und Ideen greifbar zu machen und zu artikulieren
  • auch ohne ein “fertiges” Produkt schnelle Ergebnisse zu produzieren
  • überzeugende, passgenaue und innovative Lösungen zu entwickeln
  • die Kreativität und den interdisziplinären Austausch in einem Team zu fördern sowie unterschiedliche Blickwinkel zu beleuchten

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Nathalie Welle

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