Jahresresümee 2020: #fazit “Just Do It”

Es ist wieder soweit. Die Weihnachtszeit steht vor der Tür – mit all ihren Düften, Leckereien und gemütlichen Abenden. Das Jahresende ist zum Greifen nahe. Ein Zeitpunkt, an dem man meist zurückblickt und Vergangenes Revue passieren lässt.


Heute ist Sonntag, der 13.12.2020. Es ist ein kalter Sonntagmorgen. Ich stehe vor dem Spiegel und streife mir mein Sportshirt über. Im Spiegel erblicke ich mich und lasse den, in weißen Versalien hervortretenden Werbeslogan „JUST DO IT,“ auf mich wirken. Ich fange an zu grinsen, denn mir scheint dieser Spruch fast schon ein Stück weit ironisch. Was habe ich in diesem Jahr nicht alles anpacken wollen… „JUST DO IT“ hatte ich zu mir selbst gesagt. Es gab so viele Pläne, aber aktuell ist nicht die richtige Zeit dafür. Der Kalender für 2021 ist leer und die verlegten Hochzeitsfeiern wurden mit einem Bleistift notiert, damit sie jederzeit wieder ausradiert werden können. Normalerweise liebe ich es Pläne zu schmieden (auch wenn sie meist anders ausgehen als ich es ursprünglich geplant hatte).

Pläne geben mir Halt, ein Stück weit Sicherheit und meinem Leben zumindest temporär eine Richtung. Zu Beginn der Krise hatte ich noch darauf gehofft, dass bis Ende dieses Jahrs der ganze Spuk wieder vorbei ist. In den letzten Monaten ist mir klar geworden, dass dies nicht der Fall sein wird. In meinem Leben gingen mit der Corona Krise auch verschiedene Phasen einher: anfangs hatte mich die Krise herunterfahren lassen. Im Sommer hatte ich schon eher das Empfinden ausgebremst zu werden. Auch wenn diese Krise mich nicht existenziell bedroht, ich gesundheitlich keinem besonders hohen Risiko ausgesetzt bin, brachte dieses Jahr einige neue Herausforderungen mit sich. Ich lernte vor allem eins: Selbstwirksamkeit ist die Voraussetzung nicht in Hilflosigkeit zu erstarren. Man muss selbst ins Handeln kommen.

Selbstwirksamkeit – die Erfahrung, etwas bewirken zu können

Okay, was meine ich mit Selbstwirksamkeit? Stell dir einfach die nachfolgende Frage: Was unterscheidet Roulette von Schach? Kennst du die Antwort? Ich will’s dir verraten. Roulette ist ein Glücksspiel. Der Einfluss auf Erfolg ist, im Hinblick auf das eigene Handeln, begrenzt. Beim Schachspiel hat man hingegen einen Einfluss über den Ausgang des Spiels. Man kann maßgeblich durch das eigene Tun auf den Erfolg einwirken. Es handelt sich also um Selbstwirksamkeit.

Selbstwirksamkeit verspüre ich auch, wenn ich mich aufraffe laufen zu gehen und dann mit Glücksgefühlen zurückkehre. Trotz dieser berauschenden Gefühle tue ich mich manchmal trotzdem schwer den Schritt vor die Haustür zu setzen. Und dieses Jahr habe ich gelernt, dass man manche Dinge einfach akzeptieren muss. Es ist okay, wenn manchmal widersprüchliche Gedanken und Gefühle einem die Sicht vernebeln. Es ist okay, mal faul zu sein und die Laufschuhe links liegen zu lassen. Um sich allerdings nicht in der Gedankenspirale zu verlieren, muss man allerdings auch die gegebenen Spielräume nutzen und hieraus das Beste machen. 2020 hat mich erneut gelehrt, dass man manche Situationen oder Zustände, Gedanken, wie auch Gefühle – ob angenehm oder nicht – vorbeiziehen lassen muss. Wie die Wolken am blauen Himmel. Wer die Krise als Chance begreift statt als Plage, kann gelassener mit ihren Folgen umgehen. Und genau so verhält es sich mit vielen anderen Dingen im Leben. 

Auch wenn das kommende Jahr 2021 ungewiss ist und mich hin und wieder die Zukunftsängste heimsuchen, ist da doch ein Funken Hoffnung. Denn manchmal steckt im Unplanbaren die Chance. Und meistens, wenn wir gar nicht damit rechnen, erfahren uns die besten Dinge.

Let’s get ready for 2021!


Header Photo by Jess Bailey Designs on Pexels

Nathalie Welle

Mein Name ist Nathalie Welle. Ich bin eine 27-jährige Medienmanagement-Studentin, die sich außerhalb des Master-Studiums dem Bloggen widmet.

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